Search on : Taxa descriptions

 


 
 Add this item to the list  Ramaria gypsea Schild sp. nov.
   
Description type:Original description 
Description:Ramaria gypsea Schild sp. nov.
In silvis coniferis, Bozen, Italia, leg. E. Franzelin, Holotypus no.1372 in herbario ZT conservator.
Fruchtkörper (Abb. 10) bis etwa 120 mm hoch, 70-110 mm breit, ± reich verästelt, gänzlich weiss.
Strunk 15-35 mm hoch, sehr unterschiedlich gestaltet, oft sind mehrere Individuen unten zusammengewachsen, oben 25-45 mm dick, unten abgerundet oder subkonisch verjüngt, weiss, im Alter schmutzig weiss, von der Basis aus bräunend besonders auf Druck, glatt. À„ste lange kurz bleibend; stellenweise knorrig («knorrig») miteinander verwachsen, besonders bei jungen Pilzen (charakteristisch!), schliesslich unregelmässig aufwärts strebend; 4-15 (25) mm dick, ± rundlich bis kantig oder längsgefurcht, oben oft noch im Alter ± ausgeprägt blumenkohlartig mit zahnartigen, meist stumpfen Enden.
Astwinkel meist stumpfspitzig bis spitzig, selten auch U-förmig. Farbe bis obenaus einheitlich weiss, milchweiss, schneeweiss, gipsweiss. Druckstellen werden schnell blass wässerig beigelich, bisweilen mit einem Hauch Graulichlila oder schmutzig Inkarnat. Alte Pilze werden im allgemeinen schmutzig weiss, durch die reifenden Sporen bekommen sie zuletzt einen blass ockerlich-weissbräunlichen Beiton. Fleisch gleichfarbig weiss, unveränderlich, im Strunk ziemlich kompakt, in Endästen weichbrüchig. Geruch schwach, unbedeutend. Geschmack mild. Sporenpulver blass beigeockerlich.
Chemische Reaktionen nicht erprobt.
Mikroskopische Merkmale Hymenium die À„ste bis zu den Spitzen überziehend, 50-65 µm dick, blass beigegrünlich. Subhymenium irregulär, um 10-15 µm dick, gegen die Tramahyphen allgemein undeutlich abgegrenzt.
Sporen blass beigeolivlich, meist subzylindrich, glatt (10,5) 10,8-14 x 3,7-4,5 (4,8) µm. Wand 0,2-0,3 µm dick, cyanophil. Apiculus ± seitlich, 0,6-1 µm lang (Abb. 11 a). Basidien keulenförmig, blass graugrünlich, wenn unreif oft glatt, reif zum Teil mit körnig rauhem Inhalt oder kleinen Tröpfchen, 40-64 x 6,4-10,4 µm, mit 4 (3), meist 4-6,8 µm langen Sterigmen, Basidienbasis mit Schnallen (Abb. 11 b). Basidiolen meist dünner, sonst gleich wie Basidien. Keine Zystiden. Hyphen generativ, mit einzelnen, meist kleinen Schnallen, hyalin, öfters mit Vakuolen, sonst Inhalt glatt. Membran blass graugrünlich, im allgemeinen glatt, an einzelnen Hyphen jedoch schwach inkrustiert, stellenweise auch mit gelatinöser Tendenz. Im Subhymenium sind die Hyphenglieder zum Teil sehr kurz, 5-8 µm dick, amorph, mosaikartig gelagert, die gewöhnlichen generativen Hyphen 1,6-4,8 µm, ± parallelwandig, Membranen sehr dünn, um 0,2-0,3 µm. - In der Trama der À„ste meist leicht irregulär, (1,6) 2,4-10,5 (12) µm dick, parallelwandig oder unregelmässig, da und dort leicht aufgeblasen, bei Septen ± eingeschnürt, bisweilen auch sekundär septiert. Membranen dünn, 0,2-0,5 µm (Abb. 11 c). - Im Strunk stark irregulär (1,6) 2,4-10 µm, Membranen 0,3-1,2 µm, sonst ± gleich wie in À„sten. Hier stellenweise mit verstreut herumliegenden, sehr unterschiedlich geformten, zum Teil auch rosettenartig zusammengesetzten Kristallen von 4-25 µm. - Oleiferen kommen im ganzen Fruchtkörper vor, aber nicht häufig; 2,4-3,2 µm dick, an kopfigen Enden bis etwa 6 µm.
Bemerkungen: Bis jetzt war in Europa nur eine Ramaria-Art mit glatten Sporen bekannt, nämlich R. obtusissima (Pk) Corner. Mit R. gypsea sp. n. hat sich nun eine zweite Art mit diesem Merkmal dazu gesellt. Beide Arten haben zudem dieselbe ± zylindrische Sporenform und Hyphen mit Schnallen und stehen einander mikroskopisch somit sehr nahe. Zwar ist es nicht zu übersehen, dass die Sporen von R. obtusissima bedeutend grösser werden (9,5-16,5(17,5) x 3,2-5,6(6) µm). Bedenkt man aber, dass die Sporengrösse von R.gypsea noch innerhalb dieser Grössenangabe liegt, wäre es für einen Unerfahrenen immerhin schwierig, nur an hand von Exsikkatfragmenten und ohne jegliche makroskopische Angaben, beide Arten auseinanderzuhalten.
À„usserlich könnte man R.gypsea leicht mit der ebenfalls weissen R.lacteobrunnescens Schild (1980) verwechseln. Deren Sporen sind aber viel kleiner, warzig und die Hyphen ohne Schnallen. Die am ähnlichsten aussehenden aussereuropäischen Ramaria-Arten wie R.brevispora var. albida Corner, Thind & Dev. (Corner 1958, 1970) sowie Clavaria (= Ramaria) albida Peck (1887) haben ebenfalls andere Sporen und kommen nicht in Betracht. Weisse Arten der Gattungen Clavulina oder Ramariopsis sind viel kleiner, haben andere Sporen und fallen ausser Betracht.
R. gypsea ist durch folgende Charaktere festgelegt: 1. gänzlich weisse Fruchtkörper 2. blass beige ockerfarbiges Sporenpulver, glatte Sporen 3. Basidienbasis und Hyphen mit Schnallen.
Es ist somit eine gute Art, die bisher nur aus Nord-Italien bekannt ist. Um mehr über ihr Verbreitungsgebiet zu erfahren, wären allfällige Fundmeldungen sehr erwünscht.
 
Taxon name: