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 Add this item to the list  Ramaria curta (Fries) Schild, comb. nov.
   
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Page number:125 
Description type:Non-original description 
Description:Ramaria curta (Fries) Schild, comb. nov.
Basionym: Clavaria curta Fries, Monogr. Hym. Suec. 2: 281, 1857.
Synonyme: Clavaria pusilla Peck, in Bull. Buff. Soc. nat. Sci. 1: 62, 1874 (non Cl. pusilla Pers. = Pistillaria pusilla Fr., Syst. Myc. 1: 498, 1821). - Ramaria pusilla (Deck) Corner, Monogr. Clav. and allied Gen. 617, 1950. - Ramaria myceliosa var. microspora Petersen, Ramaria subgen. Echinoramaria 157, 1981. - Ramariopsis curta (Fr.) Comer, Monogr. Clav. and allied Gen. 639, 1950 (misident.) -
Fruchtkörper: (Farbtafel bei S. 120 und Abb. 2) je nach Standort in Größe, Habitus und Farbe bemerkenswert variabel; 15-55 mm hoch, ausnahmsweise sogar bis 70 mm, einzelne „Pilzstöckchen" gewöhnlich nicht mehr als 10-25 mm breit, oft aber wachsen mehrere „Stöckchen" dicht beisammen und können so bis 50 mm oder mehr breite „Büschel" bilden, allgemein sehr zart und reich verästelt.
Stiel: wenn vorhanden etwa 4-10 mm hoch, selten auch 15-20 mm, unten 1,5-2,5 mm dick, selten 3-4 mm, rundlich bis unregelmäßig, aufwärts gleichdick oder oben bis etwa 3 mm erweitert, selten bis 5 mm oder mehr breitgedrückt sich in die Hauptäste teilend, meist schräg oder etwas verkrümmt aus dem Substrat heraus wachsend, manchmal aber auch fast ohne Stiel, so daß es aussieht, als wären die Pilze vom Grund aus verästelt, oder es sind zwei oder mehr Individuen unten zusammengewachsen, Basis ± weißfilzig und mit zarten weißen Rhizoiden mit dem Substrat verbunden, bisweilen zieht sich der weiße Basalfilz weit über den Stiel hinauf, oberhalb ist der Stiel blaß gelblich, ockerlich bis beigeolivlich, gewöhnlich aber in die Farbe der À„ste übergehend. Druckstellen später gerne purpurlich oder blaß weinrötlich anlaufend, an älteren oder feuchten Pilzen jedoch nicht immer reagierend.
À„ste: meist divergierend aufrecht, seltener auch parallel, unten etwa 0,8-1,5 (-2) mm dick, unregelmäßig rundlich oder leicht flachgedrückt, besonders gegen die Teilstellen manchmal bis ± 2,5 mm breit, auf gleicher oder ungleicher Höhe wiederholt di- bis trichotomisch, bisweilen aber auch mehrfach fingerartig geteilt, an diesen Stellen manchmal etwas handförmig flachgedrückt, glatt, matt, kaum runzelig, aber unterhalb der Astteilungen da und dort kurz leicht gefurcht. Astwinkel eng bis weit U-förmig, selten auch etwas spitzig. Astenden unregelmäßig in zwei- bis mehrere, ± kurze, bisweilen wimperartig dünne Spitzchen auslaufend (Lupe), manchmal aber auch etwas stumpfspitzig, oder mit zahnartigen bis leicht flachgedrückten Enden.
Astfarbe: je nach Feuchtigkeit und Alter sehr veränderlich; bei jungen Pilzen meist blaß gelb, blaß cremegelb, blaß dottergelblich, hell ockergelb bis hell cr6meocker, dabei meist schon jung mit einem Hauch grünlichgelb oder olivgelblich, mit zunehmendem Alter allmählich mehr olivockergelblich oder cr6meockeroliv, trüb senfgrünlich bis olivgrün, gewisse Standortsformen bisweilen mit beigeockerlichem oder beigeolivem Farbton. Seltener bleiben die Pilze lange nur gelb, und bekommen dann erst alt oder beim langsamen Eintrocknen die typisch olivliche Farbe. Druckstellen bisweilen auch an À„sten leicht bräunlich-purpur oder „vinosa" anlaufend. Spitzen jung den À„sten gleichfarbig aber etwas heller, manchmal aber mit einem Hauch goldgelb, hell dottergelb oder safrangelblich (Lupe), später den À„sten meist gleichfarbig. Am Standort belassene, alte feuchte Pilze sind gewöhnlich bis obenaus schmutzig beigeolivbraun oder olivbraun. Exsikkate sind - je nach Pilzalter und deren Zustand beim Trocknungsprozeß - ockerfarbig mit Stich in oliv, oder dunkel beigeoliv, dunkel schmutzig olivgrün, olivbraun bis fast olivrostbraun.
Fleisch: bei jüngeren, antrocknenden Pilzen in den À„sten schmutzig milchweiß, unter dem Hymenium meist schwach gelblich-olivgelblich durchgefärbt (Lupe), bei feuchten Pilzen allgemein wässerig oliv, im Stiel und manchmal auch in unteren Asten im Schnitt meist schwach purpurlich oder blaß weinrötlich anlaufend (oft erst nach Stunden) etwas elastisch oder weichbrüchig. Geruch: allgemein schwach und schwierig zu definieren, da ein Gemisch, das an Erde, Moos, Cort. variecolor, Ram. stricta oder auch an eine Lepista erinnert, dabei einmal jene - bei anderen Funden eine andere Komponente dominierend. Geschmack: bisweilen mild und an eine Lepista erinnernd, meist aber herb bis bitterlich, an einzelnen Pilzen deutlich bitter, bei längerem Kauen manchmal wieder etwas schwindend.
Sporenpulver: in Masse auf weißem Papier gelbocker, auf Glas mit einem Reflex olivlich.
Makrochemische Reaktionen wurden nur an wenigen Fruchtkörpern erprobt, sie mögen hier trotzdem erwähnt sein:
KOH (20 %): Hymenium schnell braun - dunkel kaffeebraun.
H2S04 (50-60 %): Hym. auf ockergelben oder olivgelben À„sten noch etwas heller gelb aufhellend.
Phenolliquefact: Hym. O.
Fe S04: Hym. sofort dunkel olivgrün dann immer dunkler, Fleisch schnell blaß grünlich, grünspangrünlich.
Ob diese Reaktionen; konstant sind, müßte an umfangreicherem Material erprobt werden.
Mikroskopische Merkmale
Hymenium: allseitig, zwischen 32-48 (56) µm dick, satt schmutzig olivgrünlich, an den Spitzen ± verkümmert.
Subhymenium: scheinbar schmal, aus locker, wirr, irregulär, gelagerten Hyphen bestehend, die sich ohne deutliche Abrenzung in die Lage der Tramahyphen unterordnen, weshalb die Dicke schlecht erkennbar ist.
Sporen: blaß olivgrün-ocker, (3,2) 3,7-6,4 (6,7) x (2) 2,2-3,7 µm (ohne Apiculus), im Mittel 4,9 x 2,8 µm, etwas ei- mandelförmig, selten auch etwas eiförmig-zylindrisch, mit mehr oder weniger seitlich stehendem, bisweilen leicht ausgezogenem, 0,3-0,6 µm langem Apiculus, und allgemein stumpfen Stacheln oder „Höckern" von 0,1-0,6 (0,8) µm, Sporenwand ± 0,2 (-0,3) µm. Stacheln und Wand stark cyanophil (Abb. 1 a).
Basidien: keulenförmig, ockergrünlich oder olivgrün, Inhalt feinsttropfig-körnig-rauh, bisweilen mit glatten „Kammern" (Vakuolen), besonders wenn jung, meist zwischen 20-32 (40) x 4-5,9 µm, Basis mit Schnallen, mit 4, selten 3 (2) Sterigmen, meist zwischen 2,2-4,4 µm lang, cyanophil.
Hyphen: im ganzen Fruchtkörper fast an allen sichtbaren Septen mit Schnallen, sonst bei Septen leicht eingeschnürt, selten auch mit sekundären Septen, Inhalt hyalin, meist glatt, manchmal aber mit ölartigen kleinen Tröpfchen und auffälliger Molekülarbewegung (charakteristisch!), Membranen glatt, im allgemeinen blaß olivgelblich bis beigegelblich, daher Hyphen in Masse etwas gelblich erscheinend.
Im Subhymenium irregulär, kürzergliedrig als in der Ast-Trama, parallelwandig bis unregelmäßig, (1,6) 1,8-3,2 (4) µm dick, Membranen mehr odere weniger dünn, zwischen 0,2-0,5 µm. In der Ast-Trama: nahe dem Subhymenium subregulär, gegen das Astinnere gleich oder nur leicht irregulär, parallelwandig bis etwas unregelmäßig, manchmal leicht „bauchig", allgemein (1,6) 2-12 (15,2) µm dick, die einzelnen Hyphenglieder etwa zwischen 80-140 µm lang, Membranen recht unterschiedlich; gewöhnlich zwischen 0,2-0,6 µm dick, an gewissen Fruchtkörpern einzeln auch bis 0,8 µm, sehr selten bis 1 (1,3) p,m, bei Schnallen manchmal mit ampullenförmigen Anschwellungen von 6-12,5 µm, hier mit 0,5-1,2 µm verstärkten Membranen (Abb. 1 b). Im Strunk: wirr irregulär, allgemein 2-10,5 (12) µm dick, Membranen meist zwischen 0,3-0,8 µm, selten bis 1,4 µm, sonst gleich wie in der Trama der À„ste. Oleiferen habe ich keine gesehen.
Rhizoiden-Hyphen: wirr irregulär, sehr langgliedrig, parallelwandig bis leicht unregelmäßig (1,6) 2-4 (4,8) µm dick, hyalin, Membranen 0,2-0,8 ) (-1,2) µm, blaß olivlich, glatt, an allen sichtbaren Septen mit Schnallen, diese oft mit ampullenförmigen Anschwellungen von 4,8-9 (12) µm meist mit leicht verstärkten Wänden von 0,6-0,8 µm (Abb. 1 c).
Kristallaggregate können im ganzen Fruchtkörper einzeln oder zerstreut vorkommen; im Hymenium bisweilen nadelförmig, 4-8 x 1,6-2,4 µm, aber auch polymorphe-brockenförmige Körper. In der Ast-Trama mehrheitlich meist polymorphe Körper bis zu 20 x 10 µm. In den Rhizoiden sowohl amorph-polymorphe - wie auch einige stachelige (fast sternförmige) Körper von 1,5-6 µm (ohne Stacheln); dabei ist zu vermerken, daß sie in gewissen Fruchtkörpern häufig sind, in anderen dagegen nur spärlich vorkommen!
Standort: Während R. myceliosa meist unter Nadelbäumen vorkommt, sind mir von R. curta sichere Standorte unter verschiedenen Nadel- und Laubbäumen bekannt, auch zwischen niederem Gras und Moos, so vor allem unter Picea, Pinus, Cedrus und Juniperus, dann unter Quercus und Alnus„ auch mit Betula und Corylus vermischt, und sogar unter Eucalyptus. Seltener können beide Filzarten auch auf am Boden liegende moderige Ast- oder Strunkfragmente übergehen.

Diskussion
Ramaria curta, wie auch alle anderen kleinsporigen Arten der Sekt. Flaccidae, gehören zu den am schwierigsten zu bestimmenden Pilzen. Gründe dafür sind vor allem die von Anfang an meist ungenügenden, ja oft oberflächlichen Feldstudien, wodurch die Farbvariabilität dieser Arten ungenügend erkannt wurde. Daraus resultierten die dürftigen, allzuknappen Diagnosen, schon bei FRIES` Cl. curta, und später noch mehr bei PECKs Cl. pusilla. Das Nichterkennen dieser Pilze, spätere Abschreibungen bereits unstimmiger Texte aus der Literatur, Vermischungen und falsche Interpretationen selbst in neuer Literatur, bringt es mit sich, daß mehrere dieser Pilze von jeher - und auch heute noch - verwechselt werden und eine korrekte Bestimmung oft unmöglich ist.
Eine weitere Schwierigkeit bietet die äußerlich große À„hnlichkeit und Variabilität der meisten Arten dieser Sektion, zum Beispiel können größere Standortsformen von R. curta oft kaum von jüngeren oder kleingewachsenen R. decurrens unterschieden werden, da die Verästelung beider Arten fast gleich ist, und R. decurrens im Alter ebenso einen oliven Farbton bekommt. Letztgenannte Art kann aber bedeutend größer werden, außerdem haben die Sporen die Tendenz zu mehrheitlich eher eiförmig-zylindrischer Form, auch sind sie etwas größer; (4) 4,4-7,6 (7,8) x 2,4-4,2 (4,4) µm. Da sich aber das Sporengrenzmaß bei einigen Arten auch decken kann, entscheidet manchmal mehr die Sporenform und die Pilzfarbe! Meist müssen daher für eine Bestimmung alle makro- und mikroskopischen Merkmale berücksichtigt werden.
 
Taxon name: