Search on : Taxa descriptions

 


 
 Add this item to the list  Ramaria lutea (Vitt.) Schild, comb. nov.
   
Literature:
 
Page number:411 
Description type:Non-original description 
Description:Ramaria lutea (Vitt.) Schild, comb. nov.
Clavaria lutea Vitt., Descr. fung. mang. Italia: 228, 1835 (Basionym).
Fruchtkörper 50 mm hoch, 35 mm breit; Strunk allein 35 mm hoch, 8 mm breit. Die Farbe der trockenen À„ste ist creme-beige-oliv. Das vorhandene Exsikkat stellt jedoch nur einen Teil des gesamten Fruchtkörpers dar, da der Pilz zerschnitten wurde, wodurch leider auch die Stammbasis fehlt.
Sporen blaß graugrünlich-graulicholiv 6-9,6 X 3,7-5,4 (tm, Wand um 0,2 µm dick, cyanophil, Apiculus 0,7-1,3 µm lang, Apiculuswand nicht oder nur schwach cyanophil, Warzen mittelgroß, sehr unregelmäßig angeordnet, bisweilen etwas reihig miteinander verbunden, stark cyanophil. Basidien blaß graugrünlich, glatt oder teilweise mit tropfig-körnigem Inhalt, keulig, 40-56 X 6,5-9,5 µm, an der Basis ohne Schnallen, mit 4 oder 3 (2) relativ kurzen Sterigmen, (2,4)-3,2-6,5 µm lang. Basidiolen meist etwas kürzer, im Inhalt fast gleich wie die Basidien.' Zystiden keine. Hymenium um 60-80 µm dick, olivgrün. Hyphen von einer Sorte, fast hyalin, im ganzen Fruchtkörper ohne Schnallen, im Subhymenium oder nahe dem Hymenium stark irregulär, meist 2-3,5 µm dick, Wände dünn, 0,2-0,4 µm und blaß olivlich; in der Trama der À„ste im allgemeinen subregulär, ziemlich langzellig, 2-10,5 (13) µm dick, parallelwandig bis etwas langbauchig, oder nur gegen die Septen etwas verjüngt oder eingeschnürt, bisweilen sekundär septiert, Wände blaß graugrünlich-olivlich, glatt, dünn, zwischen 0,3-0,5 µm. Hier und da ampullenförmige Anschwellungen mit und ohne Fortführung der Hyphenzellen bis um 12 µm dick und mit ± ausgeprägt fein-tropfigkörnigem Inhalt und Wände hier etwas stärker, zwischen 0,7-1 µm (Abb. 2c). Hyphen im Strunk 2,5-10 µm dick, Wände dünn bis leicht verdickt, zwischen 0,3-0,5 (0,7) µm, einzelne Glieder ähnlich wie diejenigen in den Asthyphen, hier und da auch sekundär septiert. Ampullenförmige Anschwellungen hier etwas häufiger als in den Asthyphen, etwa 12-16 µm dick, mit gleichem Inhalt, Wände hier etwas stärker, zwischen 0,7-1,3 µm. Stellenweise viele einzeln herumliegende Kristallaggregate, in der Form sehr unterschiedlich (etwa rosetten-mosaikartig zusammengesetzt, oder unregelmäßig quadratförmig), meist zwischen 4-18 µm groß, bisweilen jedoch auch in zusammenhängenden Gruppen
Oleiferen im Strunk zerstreut, etwas spärlicher in den À„sten, parallelwandig bis unregelmäßig, 2,5-6,5 µm dick, an den angeschwollenen, seltener aber kopfigen Enden bis 16 µm.

UNTERSUCHTES MATERIAL.--ITALIEN, Gegend zwischen Brescia und Milano, bei Laubbäumen, Oktober 1976, R. Tomasi, (Neotypus, ZT).
Der Vollständigkeit halber folgt noch eine Beschreibung wie ich sie anhand von frischem Material angefertigt habe.-
Fruchtkörper 60-120 mm hoch, 70-110 mm breit (Abb. i). Strunk abwärts ± konisch, an der Basis 10-15 mm dick, oben etwa 20-35 mm, glatt, seltener mit tiefer gelegenen Seitenästchen, unten weiß,.. aufwärts allmählich in weiß-gelblich, dann 1n die Farbe der À„ste übergehend. Aste aufrecht bis stark verbogen, unten 4-15 mm dick, aufwärts bis zur nächsten Astteilung entweder gleichdick und nur kurz vor der Teilstelle dicker werdend, oder allmählich gegen die Teilung sich erweiternd und manchmal etwas flach gedrückt, im allgemeinen wenig rundlich, meist unregelmäßig kantig und ± stark längsgefurcht speziell unterhalb der fast überall spitzen Astwinkel (charakteristisch!), gegen oben mehrfach dichotom geteilt, dabei sich immer verfeinernd und Enden junger Fruchtkörper meist „zweizahnig", an älteren Pilzen mehr zangenartig., verlängert, einzelne Spitzchen 3-5 (10) mm lang und stumpfspitzig. Farbe der Aste im allgemeinen wenig variabel, bei jüngeren, frischen Pilzen sehr hell schwefelgelb (am nächsten etwa Seguy 289,/290/319) und Spitzen gleichfarbig oder etwas lebhafter gelb, eintrocknende Fruchtkörper eher noch bleicher (etwa Seguy 320), an Exsikkaten creme-beigeoliv, wie beim Neotypus. Auf Druck unveränderlich. (Einer der Pilze aus Bologna hatte auf dem Strunk und den unteren Hauptästen schmutzig grauviolettliche, zum Teil nur punktförmig kleine Flecken, was von einem Parasiten herrühren dürfte.) Hymenium die À„ste bis zu den Spitzen bedeckend, matt. Fleisch bei feuchten Pilzen etwas wässerig weiß und schwach beige-graulich marmoriert, speziell im Strunk, bei eintrocknenden Pilzen eher milchweiß, weich, biegsam brüchig. Geruch etwas variabel und schwer definierbar; im allgemeinen ähnlich wie die meisten anderen gelben bis orange- oder rosa-gelben Arten, schwach oder herber grasartig, bei einem Exemplar aus Bologna mit eigenenartigen, entfernt an Tricholoma sulphureum erinnernden Beikomponenten. Geschmack mild aber schwer definierbar.
Sporenpulver in Masse auf weißem Papier abgeworfen hell ocker, auf Glas abgeworfen sehr blaß ockergelb. Sporen (5,5-)6-10,5(-10,8) x 3,2-5,5 µm, manchmal mit einem oder zwei Tropfen (vermutlich wenn nicht ganz ausgereift), Apiculus zwischen 0,7-1,3 µm lang. Sporenform, Farbe, Wand und Warzen gleich wie beim Neotypus. Basidien (34-)40-56(-64) x (5,5-)6,5-9,5(11) µm, mit 4 oder 3(2) Steligmen, (2,5-)3-7(-8,5) µm lang, sonst gleich wie beim Neotypus. Basidiolen 34-56 X 4,8-7,5 µm, im Inhalt fast gleich wie die Basidien. Keine Zvstiden. Hymenium wie beim Neotypus. Subhymenium schmal, µm 10-20 µm dick, jedoch gegen die Trama schlecht abgegrenzt, bestehend aus stark irregulär verlaufenden, dünnen und kürzerzelligen Hyphen.
Generative Hyphen, Oleiferen und Kristallaggregate im allgemeinen wie beim Neotypus.
UNTERSUCHTES MATERIAL -ITALIEN, Bologna, In Laubwald, Sept 1972,
Finder unbekannt (Herb. Schild 569 und 572). SCHWEIZ, Hofstetten bei Brienz, in Laubwald, hauptsächlich Fagrcs, 1 Sept. 1976, E. Schild (Herb. Schild 1045); Tessin, bei Fagus und Quercus, 5. Okt. 1976, G. Lucchini (Herb. Schild 1073).
Größere Pilze von Ramaria lutea können sehr leicht mit zarteren Fruchtkörpern von R. flava verwechselt werden. Beide Arten röten nicht. Oberflächlich gesehen haben sie zwar fast die gleiche gelbe Farbe, bei genauer Betrachtung stellt man aber fest, daß R. lutea meist ein helleres bleiches Gelb aufweist. Ihre Sporen sind zudem viel kleiner und die Hyphen haben im Gegensatz zu R. flava keine Schnallen. Von R. sanguinea (Pers. per Secr.) Quel. unterscheidet sie sich ebenfalls durch eher noch bleicheres Gelb, völliges fehlen einer roten Verfärbung und kleinere Sporen. Schließlich möchte ich noch R. eosanguinea Petersen erwähnen, die sich durch schwaches Röten an Druckstellen, am Strunk oder im Fleisch, größere Sporen und Hyphen mit Schnallen von unserem Pilz unterscheidet.
Anhand der bis jetzt nur wenigen sicheren Funde nehme ich an, daß R. lutea in der Schweiz eine seltenere Art ist und wärmere Regionen vorzieht. Wie weit diese Pilzart gegen Norden heraufsteigt sowie auch ihre allgemeine geographische Verbreitung, ist mir nicht bekannt.
Im Folgenden werden einige der vielen in der Literatur vorkommenden Vermischungen und Verwechslungen zwischen Clavaria sanguinea, C. flava und C. lutea näher beleuchtet.
Bresadola (1932: Taf. i o86) beschreibt die Farbe bei C. flava mit „flavo-sulphurini" und gibt kein Röten an, während er auf der Farbtafel einen rotfleckenden Strunk zeigt. Die Sporen werden mit I0-14 X 4-5 µm angegeben. Er muß somit C. sanguinea mit C. flava vermischt haben.
Saccardo (1916: 1227) beschreibt die À„ste bei C. flava mit „flavis" und erwähnt nichts von Röten. Die Sporen gibt er mit 8-10 X 4-5 µm vel 10-13 X 4 µm an. Hier scheint eine Vermischung von C. lutea und C. flava vorzuliegen.
Cotton & Wakefield (1918: 169) geben die Farbe bei C. flava wie folgt an: „ochraceous ... reddish when bruised" und die Sporen werden mit 11-14(15) X 4-5 µm angegeben. In diesem Fall stimmt die Farbe mit einer reifenden C. sanguinea überein, während die Sporen besser für C. flava zutreffen.
Corner (1950: 577) schreibt in seiner Monographie über die Farbe bei R. flava folgendes: „sulphur-yellow or lemon-yellow, ageing ochraceous : stem whitish at the base, often reddish or bloodred on bruising or with age". Die Sporen gibt er mit 11-18 X 4-6,5 µm an. Dies sind hohe Masse, deshalb müssen hier nebst C. sanguinea Pers., auch noch andere Arten im Spiel sein. `
Donk.(1933: 107) gibt die Farbe für R. flava folgendermassen an: „Strunk ..: vielfach rot gefleckt. À„ste ... leuchtend hell schwefel- bis zitronengelb". Die Sporenmasse übernimmt er von Konrad & Maublanc wie folgt 9- 12 X 4-5 µm.' Für den Standort schreibt er „In Laub- wie in Nadelwäldern". Hier dürfte R. sanguinea vorliegen, zugleich aber auch eine andere Art, da R. sanguinea meines Wissens nur im Laubwald vorkommt, ja vermutlich sogar eine Symbiose mit Fagus eingeht.
Hennig (1958: 237, Tafel 177) hat die Sache wohl nur von Donk abgeschrieben und schreibt: „Ramaria flava hat schwefelgelbe À„ste und einen weissen Strunk der oft weinrote Flecken aufweist", Sporen 9-1 2 X q.-5 µm. Nach eigener Beobachtung schreibt er nur: „Bei Pilzen des Tieflandes sind rote Flecken meist nicht festzustellen". Auch dieser À„ußerung ist zu entnehmen, daß neben R. sanguinea noch andere Arten darin verwickelt sein müssen, denn R. sanguinea weist früher oder später immer Rötungen auf, und beim „Àœbergehen" werden die Fruchtkörper oft fast gänzlich schmutzig weinrot-purpurbraun.
Coker (1923: I 2o, Taf. 39, Fig. I) beschreibt C. flava als gelb ohne rote Verfärbung. Für die Sporen gibt er 7,4-10 X 3-4 µm an. Anhand dieser Sporenangabe hat der Pilz nichts mit der heutigen R. flava zu tun, könnte aber mit R. lutea identisch sein.
Schließlich möchte ich noch Ramaria flaviceps Corner, Thind & Anand (Thind, 1961: 59) erwähnen, deren Existenz als selbständige Art ich jedoch bezweifle, da sich dieser Pilz gemäß den Literaturangaben weder makroskopisch noch mikroskopisch eindeutig von R. lutea unterscheiden läßt.
Wie aus diesen Beispielen ersichtlich ist, findet man Ramaria sanguinea in der Literatur fälschlicherweise meist unter dem Namen als Clavaria flava oder Ramaria flava und von Corner (197o: 262) wird der Pilz noch als Ramaria flava var. sanguinea aufgeführt.
 
Taxon name: