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Description type:Original description 
Description:Ramaria fagetorum Maas G. ex Schild, spec. nov.
Ramaria fagetorum Maas G. in Wetensch. Meded. K.N.N.V. Nr. 113: 61, 1976 (provisorischer Name ohne lateinische Beschreibung).
Holotypus: leg. V. Schreiber (L 964. 296-245).
Fruchtkörper einzeln wachsend, etwa 100 mm hoch, 60 mm breit (Abb. la), kreiselförmig, stark verästelt, ziemlich locker, aus wenigen Hauptästen und vielen Seitenästen bestehend. À„ste 3-8 mm dick-, unten polychotom, oben eher dichotom, gerade bis verbogen, zylindrisch, glatt oder in der Länge gefurcht, satt ockergelb mit einem rosa Hauch, die Spitzen stumpf und gleichfarbig. Stie1 bis 30 mm hoch, 25 mm dick, knollenförmig verdickt, den À„sten gleichfarbig aber unten weißlich und wässerig rosa getönt. F1eisch elastisch, wässerig marmoriert und deutlich hell rosa gefärbt, weißlich ausbleichend, trocken nicht kreidig brüchig. Geruch - irgendwie chemisch an À„ther und Jodoform oder etwa an Russula fellea erinnend, gequetscht mehr schimmelig. Geschmack mild. Hyphen 2,5-11 ltrn breit, etwas äufgeblasen, dünnwandig in den À„sten,- etwas dickwandig im Stiel, ohne Schnallen. Basidien 63-70 x 8-9 µm, mit vier 4,5-6,5 µm langen Sterigmen, ohne Schnallen.
Sporen 8,5-10,3 x 3,4-4 µm (meine Sporenmessungen am Holotypus ergaben 6,7-10,5(11) x 3-4,5 µm), verlängert mandelförmig, mit undeutlichen öfters reihenförmig angeordneten Wärzchen oder kurzen Strichen, gelblich, mit einem kleinen Apiculus. In Buchenwäldern.
Holotypus: Niederlande, Bennekom, Oostereng, 4. Aug. 1966, V. S c h r e i b e r (L).
Da sich obige Diagnose von Maas G. auf einen älteren Pilz bezieht, möchte ich, um auch den Schweizerischen Funden gerecht zu werden, noch eirie kurze Beschreibung beifügen, wie ich sie anhand von jüngeren, schönen Fruchtkörpern angefertigt habe:
Fruchtkörper 100-140 mm hoch, 60-90 mm breit (Abb. lb).
Strunk an diesen Pilzen gestreckt, abwärts leicht verjüngt oder stumpf zugespitzt, 30-60 mm hoch, an der Basis etwa 12-17 mm dick, oben 20-28 mm, schmutzig weiß, schön außen zart aber deutlich wässerig marmoriert aussehend, an der Basis leichtest weissfilzig (ein Rosabeiton konnte ich nicht feststellen), oben in die Farbe der À„ste übergehend. À„ste unregelmäßig polychotom-dichotom, Astwinkel im allgemeinen spitzig, hie und da auch stumpf-spitzig, selten eng abgerundet, Enden an jungen Pilzen stumpf „zwei- bis dreizahnig", an älteren Fruchtkörpern etwas verlängert mit 2-4 mm langen stumpfen Spitzchen, stellenweise aber auch stumpfzahnig bleibend. Astfarbe an jungen frischen Pilzen leuchtend hell cremechromgelb- hell dottergelb- primelgelb zudem mit anfänglich unklarem, dann allmählich deutlicherem Aprikosenorange (nahe Sequy 215) dem ein zartes Lachsrosa beigegeben ist, die Spitzen bleiben einige Zeit in ihrer ursprünglich gelben Farbe werden dann aber den À„sten gleichfarbig, alternde Pilze werden bis obenaus ± satt ockergelb während der lachsrosa-Beiton ± deutlich erhalten bleibt. F1eisch wenn feucht schmutzig weiß, wässerig marmoriert, im Schnitt stellenweise schön hell rosa, besonders in den unteren À„sten und im Strunk, eintrocknend milchweißlich ausbleichend. Geruch irgendwie an ein Gemisch zwischen Russula fellea und Hypholoma capnoides erinnernd. Geschmack mild. Sporenpu1ver in Masse auf weißem Papier ohvocker (nahe Sequy 338).
Makrochemische Reaktionen:
KOH auf dem Hymenium langsam goldocker-orangebräunlich, im Fleisch schnell blaß olivgelblich. Andere von mir noch erprobte Reagentien ergaben keine brauchbaren Resultate. (So kann zum Beispiel die mit Phenol erzeugte augenblickliche Rosa-Reaktion im Fleisch auch bei vielen anderen Arten dieser Pilzgattung beobachtet werden, ebenfalls die mit FeS04 auf dem Hymenium allmählich olivgrüne-blaugrüne Verfärbung, die vielleicht bei allen Arten eintritt). Sporen 7,5-10 x 3-4,5 pm, Wand wie beim Typus, zwischen 0,2-0,3 µm, dick, Apiculus 0,6-1 µm lang, Warzen wie beim Typus, ± stark cyanophil (Abb. 2a). Basidien 43-64 x 8-10 µm, sonst wie beim Typus (Abb. 2b). Hymenium 56-68 pm dick, olivgrün. Hyphen wie beim Typus (Abb. 2c). Oleiferen scheint es hier wenige zu geben, trotz mehrerer Präparate konnte ich nur zwei finden, während sie im Typusmaterial häufiger vorkommen, sie sind 2-4(6) µm dick.
Anmerkung: R. fagetorum hat sich als eine gute Art herausgestellt, welche mit keiner der beschriebenen europäischen Arten vergleichbar ist. Sie wird deshalb hier als neu vorgeführt. Gestützt auf die Originaldiagnose und anhand von Typenstudien hat sich jedoch gezeigt, daß Ranwria flavigelatinosa var. camisalmonea Marr (1973: 83) mit höchster Wahrscheinlichkeit mit R. fagetorum identisch ist. Weitere Proben aus Amerika scheinen mir aber notwendig für ein endgültiges Urteil.
R. fagetorum scheint eine seltene Art zu sein. Da sie bis jetzt nur von zwei Fundstellen bekannt ist, sind unsere Kenntnisse recht mangelhaft. So wäre nur anhand von umfangreicherem Material aus verschiedenen Gebieten abzuklären, ob der von Maas erwähnte, bei meinen Funden aber nicht festgestellte, wässerige Rosaton am Strunk konstant ist oder nicht. Auch weiß man nicht sicher, ob dieser Pilz Lokalitäten mit Fagus vorzieht - vielleicht sogar an solche gebunden ist - oder ob er auch Nadelhölzer duldet, denn am Standort meiner Funde befanden sich Fagus und Picea in gleicher Nähe, sogar auch Rex-Gebüsche, und ich war daher nicht in der Lage festzustellen, mit welchem Baum der Pilz „sympathisierte" (der Name unserer Pilzart ist vielleicht nicht zutreffend).
R. fagetorum gehört zu einem Komplex von mehreren, makroskopisch und zum Teil auch mikroskopisch sehr ähnlichen Arten, vor allem denke ich an die europäischen Arten R. flavescens und R. neoformosa, welch letztere ähnliche Sporen, und Hyphen ebenfalls ohne Schnallen hat. Ein gutes Merkmal, das unseren Pilz äußerlich von ihnen unterscheiden würde, wäre das im Schnitt rosafarbige Fleisch (- wenn überhaupt konstant -). Nun gibt es aber in unserer Gegend noch eine andere Art mit fast gleichfarbigen, aber helleren, bleicheren À„sten und Spitzen, sowie mit auffallend rosa anlaufendem Fleisch erst nach ein bis zwei Tagen Lagerung! Dieser Pilz hat jedoch größere Sporen (8-12(12,5) x 3,5-5,5 µm) und an den Basidien - spärlicher in den À„sten - befinden sich Schnallen. Meine Nachforschungen zeigten, daß es sich hier um eine europäische Form von Ramaria rubricarnata Maar (1973: 113) handeln dürfte.
Bemerkungen: Sporenwände und Warzen von allen in dieser Arbeit besprochenen Arten sind cyanophil. _
Sämtliche Sporenmaße sowohl von Exsikkaten wie von Frischpilzen habe ich in „L 4" nach C1emençon ermittelt, erwähnen möchte ich dazu, daß ich von einer gleichen Anzahl in Wasser gemessener Sporen von Frischpilzen gleiche Resultate erzielte oder höchstens mit unbedeutenden Abweichungen. Im weiteren habe ich von allen in dieser Arbeit beschriebenen oder besprochenen Arten den jeweiligen Typus, bzw. Neotypus untersucht.
In einer späteren Arbeit sollen alle bis dahin geklärten Arten des Subgenus Laeticolora in Europa beschrieben werden.
 
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