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Description type:Original description 
Description:Ramaria tridentina Schild spec. nov.
In silva frondosa. Italia. Typus ZT 1334.
Fruchtkörper (Abb. 8) bis ± 70 mm hoch und ebenso breit werdend, spärlich oder reich verästelt, oft fast von der Basis aus.
Strunk meist sehr klein, 8-20 mm hoch, oben bis 18 mm dick, abwärts ± konisch zusammenlaufend, Basis abgerundet, weiss, aufwärts gelblich, oben in die Farbe der À„ste übergehend, glatt, meist ohne tiefer liegende Seitenästchen.
À„ste unten 3-8 mm dick, ± stark divergierend aufwärts strebend, wiederholt polychotom bis dichotom, unregelmässig rund, unterhalb der Astteilungen nicht oder nur wenig längsgefurcht. Astwinkel meist U-förmig abgerundet, einzeln jedoch auch stumpfspitzig, besonders an Endästchen. Wenn jung oben mit zahnartig höckerigen Enden, an ausgewachsenen Pilzen mit zwei oder mehr verlängerten, meist stumpfen Spitzen.
Farbe an unteren À„sten blass matt aprikosen-gelborange, aufwärts intensiver, leuchtend hell aprikosen-orange, gegen die Spitzen meist mit einem Hauch Rötlichrosa, Korallenrosa (das nur bei schräg einfallendem Tageslicht deutlich erkennbar ist, nicht aber bei Kunstlicht), im Alter verblasst diese Farbe, und die À„ste werden durch die reifenden Sporen allmählich ockergelb. Druckstellen sind kaum veränderlich.
Fleisch schmutzig rahmweiss, wenn feucht in unteren À„sten oder im Strunk stellenweise zart wässerig marmoriert, in oberen À„sten unter dem Hymenium leicht durchgefärbt, sonst unveränderlich, weichbrüchig.
Geruch ± erdartig-muffig-herb.
Geschmack im Strunk ± mild, in À„sten herb bis bitterlich. Sporenpulver ockergelb.
Chemische Reaktionen? Mikroskopische Merkmale
Hymenium die À„ste bis zu den Spitzen überziehend, meist 60-70 µm dick, olivgrünlich. Subhymenium schmal, um 8-12 µm, stark irregulär, gegen die Trama undeutlich abgegrenzt. Sporen blass olivlich-ockergelblich, (10,4) 11-15 (16) x (4) 4,4-6,5 (6,9) µm, mit unregelmässig verteilten, stellenweise etwas längs orientierten, oder auch kurz spiralartig angeordneten, stumpfen Warzen. Sporenwand zwischen 0,2-0,3 jm dick, Apiculus ± seitlich, zwischen 0,8 und 1,2 µm lang. Warzen und Wand cyanophil (Abb. 9a).
Basidien keulenförmig, blass grünlich, zum Teil mit körnchenartigen Partikeln oder kleinsten Tröpfchen, sonst glatt, meist 42-56 x 6,4-11 µm, mit 4 (3), meist 4,5-5,2 µm langen Sterigmen. Basidienbasis ohne Schnallen, ± stark cyanophil (Abb. 9b).
Basidiolen meist schmaler als die Basidien, sonst gleich. Ohne Zystiden.
Hyphen monomitisch, ohne Schnallen, Inhalt und Membran glatt. Im Subhymenium meist aus sehr kurzen, hyalinen, oft knochenförmigen oder amorphen Hyphengliedern von 3-6 µm bestehend (fast mosaikartig, oder ähnlich wie bei gewissen Clavaria-Arten), gewöhnliche, ± parallelwandige Hyphen sind hier nur wenige sichtbar, sie sind zwischen 2 und 4 µm dick, hyalin oder blass graugrünlich, sehr dünnwandig. In der Trama nahe dem Subhymenium ± subregulär, 2,46 µm dick, parallelwandig oder unregelmässig. Gegen das Zentrum der À„ste ± irregulär, allgemein längergliedrig, 3-20 (24) µm dick, meist 6-16 µm, parallelwandig, oder unregelmässig
wurstförmig, langbauchig oder nur in der Nähe von Septen angeschwollen, bei Septen ± verengt oder etwas eingeschnürt, bisweilen sekundär septiert, Inhalt hyalin, Membranen blass beigeolivlich, dünn, zwischen 0,2 und 0,5 µm, nur ausnahmsweise bis 0,7 µm, ± cyanophil (Abb. 9c). Im Strunk irregulär, 3-14 µm dick, meist 4-12 µm, Glieder eher kürzer als in der Trama der À„ste. Membranen nicht oder nur wenig dicker, sonst gleich wie in À„sten.
Oleiferen sind im ganzen Fruchtkörper vorhanden, aber wenige (nicht in allen Präparaten zu sehen) meist 2-3 (6) µm dick, bisweilen kopfig, cyanophil. Zerstreut finden sich auch einzelne wenige Kristalle von sehr unterschiedlicher Form, besonders im Strunk.
Untersuchtes Material
Italien: Trento, 26. September 1980, (Holotypus) Herb. Schild 1334 und ZT.
Bemerkungen: Auch diese Pilzart wurde mir von Herrn B. Cetto in frischem Zustand überbracht. Er fand sie in mehreren, schönen Exemplaren in einem Sammelkorb der damaligen Pilzausstellung. Der Sammler und daher auch der genaue Standort blieben leider auch hier unbekannt. Die Pilze dürften (wie damals fast alle) in der Region von Trento oder Val Sugana gefunden worden sein. Da die Fruchtkörper keinerlei Nadeln aufwiesen, vermutete ich auch hier, dass sie im Laubwald oder Laub-Nadel-Mischwald gefunden wurden. Um genauere Informationen über die À–kologie und allgemeine Verbreitung dieser schönen und vermutlich sehr seltenen Pilzart zu erhalten, sollte ihr in Zukunft Aufmerksamkeit geschenkt werden.
R. tridentina spec. nov. ist zweifellos eine der kleinsten Arten der Laeticolores und gehört zur Allianz von R. subbotrytis (Coker) Corner. Wenig intensiv gefärbte oder verblasste Exemplare der letztgenannten Art können unserem Pilz in der Farbe so ähnlich sein, dass sie im Feld selbst von einem Kenner nur schwer zu unterscheiden sind, dies um so mehr, da auch R. subbotrytis zum Teil U-förmige Astwinkel hat. Ausserdem ist der erdartig-muffige Geruch bei R. tridentina nicht immer ausgeprägt.
Ausser R.subbotrytis gibt es in Europa, vor allem aber in den USA, noch mehr Ramarien mit rötlichen À„sten, die unserem Pilz äusserlich teilweise zum Verwechseln ähnlich sind. Typenstudien haben jedoch gezeigt, dass R. tridentina, vor allem anhand ihrer viel grösseren Sporen, nichts mit diesen Arten zu tun hat und leicht von ihnen zu unterscheiden ist. Auch ist der im Gegensatz zu anderen ähnlichen Arten auffällig kleine, oft fast fehlende Strunk ein weiteres Kennzeichen dieser Pilzart, trotzdem ist ein Mikroskop für die sichere Bestimmung unentbehrlich.
R. tridentina ist somit eine gute europäische Art, die bis jetzt nur aus Italien bekannt ist.
 
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