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Description:Ramaria inquinata Schild sp. nov.
In silva frondosa (Carpinus, Fagus, Quercus, Castanea) Novo Mesto, Jugoslavia, E. SCHILD et Dr. D. VRSCAJ, 1. Okt. 1982, (Holotypus) Sch 1490 in ZT.
Fruchtkörper (Abb. 2,c) 70-110 mm hoch, 40-85 mm breit werdend, reich verästelt. Strunk 20-40 mm hoch, unregelmäßig zylindrisch oder aufwärts erweitert, oben bis 25 (30) mm dick, bisweilen in zwei dicke Hauptäste sich teilend, glatt, ohne Seitenästchen, Basis abgerundet, weiß, mit zartem weißem Mycelfilz behaftet, aufwärts schmutzig weiß, oben in die Farbe der À„ste übergehend, auf Druck unveränderlich oder später blaß schmutzig graubräunlich anlaufend.
À„ste unten 2,5-7 (10) mm dick, ± divergierend seltener auch etwas parallel aufwärts strebend, nach oben auf gleicher oder ungleicher Höhe wiederholt 2-4 mal geteilt, gegen die Teilstellen oft etwas verbreitert, unterhalb von diesen ± gerillt oder gefurcht, die dünneren À„stchen sonst ± rundlich, glatt oder zart runzelig (Lupe). Endästchen bei jungen Pilzen oben oft wie gezähnt, später in zwei bis drei, 2-5 mm lange, oft zangenförmige oder wie abgebrochene stumpfe Spitzen auslaufend. Astwinkel meist U-förmig, seltener auch etwas spitzig. Astfarbe meist schon bei jungen Pilzen blaß beige-graubräunlich selten auch schmutzig créme-weißlich, mit zunehmender Reife oft noch etwas satter beige-graubräunlich, Druckstellen unveränderlich, Spitzen oft mit einem Hauch blaß incarnat, bisweilen aber den À„sten gleichfarbig oder nur etwas heller, seltener auch mit einem Reflex lila, in unteren Astgabeln oft auffallend ockerorangelich (charakteristisch!). Fleisch allgemein schmutzig weiß, bei feuchten Pilzen zart marmoriert besonders im Strunk, bei austrocknenden Fruchtkörpern eher crémeweiß, sonst unveränderlich, in À„sten weichbrüchig, im Strunk ± kompakt.
Geruch fast 0 bis sehr schwach botrytisartig.
Geschmack im Strunk mild oder irgendwie grasartig, in oberen À„sten und Spitzen ± herb.
Sporenpulver in Massen auf weißem Papier blaß ockerlich mit einem Reflex beigeokker.
Makrochemische Reaktionen wurden nicht erprobt. Mikroskopische Merkmale
Hymenium die À„ste allseitig bedeckend, an den Spitzen ± verkümmert, relativ dick zwischen 80-110 (120) µm, blaß beigegrünlich oder olivlich. Subhymenium irregulär, etwa zwischen 10-20 µm dick, gegen die Tramahyphen undeutlich abgegrenzt. Sporen ohne Apiculus (10,4) 11,2-16,5 (16,8) x (4,2) 4,4-6,4 (6,8) µm, (190 Messungen) oft etwas spindelförmig, in reinem Wasser blaß beigegelblich, mit warziger Wand, in Baumwollblau deutlich längs- bis schräggestreift, wobei die streifen nicht überall in der ganzen Länge durchlaufend sind. Sporenwand ± 0,3 (-0,4) µm dick, Apiculus zwischen 0,8-1,2 µm lang, cyanophil (Abb. 2, c).
Basidien keulenförmig, 52-72 x 8-12,4 µm, graugrünlich-olivgrünlich, mit körnigem oder feintropfigem Inhalt, Basis mit Schnallen, mit 4 (?3) Sterigmen 4,4-8 µm lang, cyanophil. Basidiolen meist dünner sonst gleichartig.
Hyphen mit Schnallen von sehr unterschiedlicher Gestaltung, hyalin, Inhalt glatt, Membrane blaß graugrünlich, glatt. Im Subhymenium irregulär, zwischen 2,4-4 µm dick, parallelwandig bis unregelmäßig, Membrane 0,2-0,4 µm. In À„sten nahe dem Subhymenium fast regulär und hier gewöhnlich nur etwa 2,5-5 µm dick, ± parallelwandig, gegen das Astinnere ± irregulär, parallelwandig bis unregelmäßig, zwischen 2,5-12,5 µm dick,
bei Anschwellungen selten bis 15 µm, bei Septen ± verengt oder eingeschnürt, sekundäre Septen können vorkommen, Membrane in oberen À„sten meist zwischen 0,2-0,5 µm dick, in unteren À„sten 0,3-0,8 (-1,2) µm. Im Strunk stark irregulär (2,4) 4-11 µm dick, mit dünnen bis verdickten Membranen zwischen 0,4-1,3 µm sonst gleichartig wie in À„sten. Oleiferen können im ganzen Fruchtkörper vorkommen, sind aber selten, 2-5 p.m dick, bisweilen kopfig, cyanophil.
Fundort: Die Pilze wurden in der Region Novo Mesto, Jugoslawien, gefunden, in einem Laubwaldgebiet, auf Erdboden unter Hainbuchen, mit einzelnen eingestreuten Buchen, Eichen und Edelkastanien.
Untersuchte Belege
Jugoslawien: Region Novo Mesto, E. SCHILD & D. VRSCAJ, l. Okt. 1982, Sch 1489. - l. Okt. 1982 (Holotypus) sch 1490 in ZT. - 1. Okt. 1982, Sch 1491. - l. Okt. 1982, Sch 1492. - 1. Okt. 1982, Sch 1493. - l. Okt. 1982, Sch 1494. - 1. Okt. 1982, Sch 1495. - 1. Okt. 1982, Sch 1496. - 1. Okt. 1982, Sch 1497. - 1. Okt. 1982, Sch 1529. -
Diskussion
Diese bis jetzt nur aus Jugoslawien bekannte Art steht Ramaria botrytis (fers.: Fr.) Bourd. extrem nahe, unterscheidet sich aber vor allem durch folgende, in der Tabelle gegenübergestellte Charaktere
R. inquinata R. botrytis
Frkp. klein, schmächtig, dünnastig groß, kompakt, dickastig
À„ste bereits jung blaß beige-graubräunlich jung meist weißlich
Spitzen blaß incamat bis lila-incamat blaß bis satt weinrötlich (lilavinosa)
Geruch 0 bis schwach botrytisartig intensiv
Sporen (10,4) 11,2-16,5 (16,8) x (4,2) 4,4-6,4 (6,8) µm (10,4) 11-17,6 (18) x (3,7) 4-6,6 (6,8) µm
Oleiferen selten reichlich vorhanden
Obwohl die Sporen auf den ersten Blick fast gleich groß erscheinen, ist nicht zu übersehen, daß diejenigen von inquinata nicht so lang werden, außerdem reichen sie in der Dicke weniger tief nach unten.
Von Unerfahrenen könnte unser Pilz leicht noch mit anderen Arten dieser gestreiftsporigen Gruppe verwechselt werden, so etwa mit R. strasseri (Bres.) Corner, diese wird viel größer, hat dickere À„ste, keinerlei rötliche Spitzen, die Sporen sind 10,4-17,3 (17,6) x 4-6,4 (6,8) µm. R. holorubella (Atk.) Corner wird auch größer, hat meist einen viel höheren, dickeren Strunk, rötet stellenweise an der Oberfläche oder auch im Fleisch, die Sporen sind (9,6) 10-18 (18,6) x (3,7) 4-6,4 (7) µm. Schließlich sei noch R. secunda (Berk.) Corner erwähnt, die auch größer und robuster wird, oft mit dickem hohem Strunk, die À„ste sind wenn jung manchmal mehr zimtgelblich, älter mehr zimtbräunlich oder graulichzimtbraun, bisweilen mit graulichlila oder grauviolettlichen Spitzen, die Sporen sind (8,8) 9,3-16 x 3,2-6,4 (6,7) µm.
 
Taxon name: