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 Add this item to the list  Ramaria brienzensis Schild sp. nov.
   
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Description:Ramaria brienzensis Schild sp. nov.
In silva frondosa (Fagus) Brienz, Helvetica, E. SCHILD, 18. Sept. 1989, (Holotypus) Sch 1708 in ZT.
Fruchtkörper (Abb. 3, b) bis ca. 130 nun hoch, ca. 120 mm breit werdend, reich verästelt.
Strunk sehr unterschiedlich gestaltet, 15-35 mm hoch, unregelmäßig knollig, oder unten verjüngt und aufwärts stark erweitert, oben bis ca. 35 mm dick, glatt, jedoch unten bisweilen mit jungen blaßen Seitenästchen oder „Pilzstöckchen". Basis weißlich, aufwärts blaß
gelblich, ockerlich oder zimtbräunlich in die Farbe der À„ste übergehend, auf Druck ± deutlich ockerbraun anlaufend, kompakt.
À„ste unten 5-15 mm dick, ± divergierend aufwärts strebend, nach oben auf ± gleicher Höhe wiederholt zwei- oder mehrmals geteilt, bei Teilstellen ± verbreitert sonst unregelmäßig rundlich, glatt bis zart runzelig (Lupe) zudem ± längsgerillt besonders unterhalb den Astteilungen und an längeren À„sten. Endäste in zwei oder mehrere, 1-5 mm lange, stumpfe, oder wie abgebrochene Spitzen auslaufend. Astwinkel gemischt U-förmig und auch ± spitzig, bisweilen sehr eng U-förmig. Astfarbe bei sehr jungen Pilzen manchmal zuerst trüb neapelgelb, zimtgelblich oder ockergelblich (nahe Seguy 320, 260) bald aber setzt sich ein blasses cremezimtbräunlich ein, besonders an oberen À„sten, während die Hauptäste unten noch einige Zeit eine Spur gelblich aufweisen können, mit zunehmender Reife allgemein satter, zimtgelbbräunlich, hell nußschalenbräunlich, hell kaffeebraun, zimtbräunlich bis hell caramellbraun (sehr ähnlich gebrannter Milchzuckercreme) einzelne Fruchtkörper sind jedoch schon in jungem Zustand irgendwie braun. Druck- oder Legstellen ± deutlich weinbräunlich anlaufend. Die äußersten Spitzchen (ca. 0,5-1 nun) bleiben meist lange gelb.
Fleisch wenn feucht schmutzig weiß, leicht marmoriert besonders im Strunk, antrocknend cremeweiß, dann nur noch wenig oder nicht marmoriert, Druckstellen am Schnitt im Strunk ± deutlich ockerbräunlich anlaufend, zudem gummiartig weich anzufühlen, sonst kompakt, in oberen À„sten dagegen weichbrüchig, je nach Alter und Feuchtigkeitszustand vom Hymenium her bisw. leicht weinbräunlich durchgefärbt.
Geruch schwach, angenehm, jedoch ein schwer definierbares Gemisch, das z. Teil an Gras, Hypholoma capnoides wie auch an Clavulina cristata (süßlich) oder an Ramaria botrytis und an Thymian erinnert.
Geschmack im Strunk und in unteren À„sten mild, gegen die Spitzen leicht herb, in den Spitzen wenn alt ± bitterlich.
Sporenpulver in Massen auf weißem Papier gelbocker. Makrochemische Reaktionen wurden nicht erprobt. Mikroskopische Merkmale
Hymenium die À„ste allseitig bedeckend, an den Spitzen ± verkümmert, zwischen 75-95 (-110) µm dick, olivgrünlich. Subhymenium irregulär, meist zwischen 12-25 µm, jedoch allgemein undeutlich sich von den Tramahyphen abhebend.
Sporen ± ellyptisch bis etwas mandelförmig, ohne Apiculus (10,4) 10,8-14,7 (14,9) x (4,4) 4,6-6,4 (6,9) µm, (130 Messungen) in reinem Wasser olivgelblich oder blaß beigeolivlich und Wand bereits deutlich warzig, in Baumwollblau mit unregelmäßig angeordneten, in der Größe sehr unterschiedlichen, isolierten- bis zusammenhängenden Warzen. Sporenwand zwischen 0,2-0,3 µm dick, Apiculus zwischen 0,8-1,2 µm lang. Wand und Warzen stark cyanophil. (Abb. 3, b).
Basidien keulenförmig, meist zwischen 70-86 x 7,6-10,5 µm, olivgrünlich, körnig-rauh, mit 4(3) Sterigmen meist zwischen 5-8,5 µm lang, Basidienbasis mit Schnallen, cyanophil. Basidio1en meist dünner, sonst ± gleichartig.
Hyphen mit Schnallen, hyalin, Inhalt meist glatt, Membrane blaß graugrünlich oder beigeolivlich, glatt.
Im Subhymenium irregulär, 2,4-3,8 (5) µm dick, parallelwandig oder unregelmäßig, Membrane meist zwischen 0,2-0,3 µm, öfters mit Schnallen.
In À„sten allgemein 2,5-8,8 (10) µm dick, nahe dem Subhymenium subregulär und gewöhnlich etwas dünner, gegen das Astinnere dicker, ± irregulär, parallelwandig bis unregelmäßig, da und dort leicht angeschwollen, bei Septen verengt oder etwas eingeschnürt, Schnallen mäßig vorhanden, Membrane zwischen 0,2-0,4 µm, sekundäre Septen keine beobachtet. Im Strunk wirr irregulär, 2,5-8 µm, Membrane ebenfalls dünn zwischen 0,2-0,5 µm, Schnallen hier weniger häufig, sonst gleich wie in À„sten.
Oleiferen kommen im ganzen Fruchtkörper lokal vor jedoch allgemein wenige, zwischen 2,5-4 µm dick, nicht oder nur wenig kopfig.
Fundort: Diese Art wurde bis jetzt nur an einem einzigen Fundort beobachtet; oberhalb Brienz, „am Stättenried", in ca. 750-800 m.ü.M., wo ich in einem Streifen unter Buchen mehrere junge und alte Fruchtkörper fand. Untersuchte Belege
Schweiz: Brienz, „Stättenried", unter Buchen, e. SCHILD, 6. und 18. Sept. 1989, (Holotypus) Sch 1708 in ZT, und 6. Sept. 1990, E. SCHILD, Sch 1782. -
Diskussion
Ramaria brienzensis sp. n. ist in der Farbe charakteristisch und bei näherer Betrachtung unverkennbar. Bei oberflächlichem Hinsehen dagegen kann der Pilz leicht mit einigen anderen bräunlichen oder braunen Arten verwechselt werden. In Europa sind es vor allem folgende: R. pallida (Schaeff.) Ricken; sie wird allgemein größer, ist meist heller milchkaffeebräunlich, hat Hyphen ohne Schnallen und kürzere, aber etwas dickere Sporen von (8) 8,5-13,6 (13,9) x (4,3) 4,5-7,2 prn. R. paludosa (Lund.) Schild ist in der Farbe ähnlich wie R. pallida jedoch später eher mehr incamat, hat Hyphen ohne Schnallen und ebenfalls etwas kürzere, aber dickere Sporen von (8) 8,3-12,8 (13,6) x 4,5-6,9 (7,2) µm, sie kommt mehr in sumpfigen Gebieten Nordeuropas vor. R. rufescens (Schaeff.:Fr.) Comer, wird größer, ist meist hell milchkaffeebräunlich, hat Hyphen ohne Schnallen und kleinere Sporen von 7,2-12 (12,2) x 3,2-5,3 (5,6) µm. R. spinulosa (Pers.:Fr.) Qudl., (in SCHILD 1990:139) kann zwar auch satt milchkaffeebraun bis zimtbraun sein, sie ist aber viel kleiner, schmächtiger, hat Hyphen ohne Schnallen und kürzere Sporen von (7) 7,2-12,5 (12,8) x (4) 4,4-6,7 (6,9) µm. R. terrea Schild, (1990:134) ist mehr erdbraun, hat weißliche, nicht gelbe Spitzen, die Sporen sind absolut glatt, (9,6) 10-16,8 (17,3) x 3,7-5 (5,3) µm. Schließlich sei noch die in dieser Arbeit beschriebene R. varians Schild erwähnt; sie ist jung schmutzig weiß, wird dann graubraun- bis zimtbraun, hat bis ins Alter analog den À„sten gleichfarbige Spitzen und kleinere Sporen von (9,9) 10-13,8 (14) x (4,2) 4,4-5,3 (5,6) µm.
 
Taxon name: