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 Add this item to the list   Bovista longispora Kreisel, nom. nov.
   
Literature:
 
Page number:74 
Remarks (public):Aus der Literatur ergibt sich ein völlig falsches Bild über die Gesamtverbreitung von B. longispora bzw. Lycoperdon oblongisporum, da die Autoren dazu neigten, alle an L. pusillum erinnernden Pilze mit
länglichen Sporen zu L. oblongisporum zu stellen. In Wirklichkeit kommen längliche Sporen bei zahlreichen Arten, mindestens in notreifen Stadien, vor. Allerdings sind die Sporen von B. Iongispora besonders schmal; das Längen-Breiten-Verhältnis beträgt hier 1,5 bis 1,8 und zwar bei voll ausgereiften Sporen. B. Iongispora ist aber darüber hinaus durch das kleinporige Capillitium, die kompakte Subgleba und die körnig-feinstachelige, aus blasigen Zellen aufgebaute Exoperidie charakterisiert. Nach diesen Merkmalen steht sie B. aspera sehr nahe.
Lycoperdon oblongisporum der nordamerikanischen Autoren (LLoyd 1905, Coker & Couch 1928, Johnson 1929, Kambly & Lee 1936, Smith 1951) ist so weit ich die Belege bisher überprüfen konnte, Bovista dakotensis, die sich von B. longispora durch kürzere, warzige Sporen und kleiige Exoperidie mit rein hyphigem Exostratum unterscheidet. L. oblongisporum sensu Ritchie (1949) ist B. delicata, kenntlich an den grossporigen Capillitiumhyphen. L. oblongisporum sensu Sosin (1960) ist identisch mit B. pusilliformis. Lycoperdon oblongisporum der europäischen Autoren (von Hollós 1904 für Brassö in Rumänien und von Perdeck 1950 für Wassenaar in den Niederlanden angegeben) gehört nach den dort angegebenen Sporenmassen in die Varia-tionsbreite von Bovista pusilla.
Der neue Name Bovista longispora musste angenommen werden, da in der Gattung Bovista bereits die Kombination B. oblongispora (C. G. Lloyd) Bottomley existiert, die sich auf Bovistella oblongispora C. G. Lloyd gründet, eine von Lycoperdon oblongisporum Berk. & Curt. unabhängige Art
Südafrikas. Auch diese hat übrigens in der Sporenform und dem Aussehen der Exoperidie Ähnlichkeit mit B. longispora, die unterscheidet sich jedoch durch das Fehlen der Subgleba, durch subpedicellate Sporen und porenloses Capillitium.
Die verschiedenen mit B. Iongispora verwechselten Arten halte ich nicht einmal für näher verwandt mit B. Iongispora oder untereinander, da die Capillitium- und Peridienmerkmale in jedem Falle differieren. Die längliche Sporenform ist ein taxonomisch ziemlich belangloses Merkmal, welches bei einigen Arten nur im Notreifestadium, bei anderen auch an voll ausgereiften Exemplaren regelmässig auftritt.
 
Description type:Non-original description 
Description:Bovista longispora Kreisel, nom. nov.
Basionym: Lycoperdon oblongisporum, Berk.& Curtis, Journ. Linn. Soc. London 10: 345, 1869. - Lycoperdon ericetorum Pers. var. oblongisporum (Berk. Curt.) Perdeck, Blumea 6: 496, 1950. - Non Bovista oblongispora (C. G. Lloyd) Bottomley, Bothalia 4: 580, 1948.
Typus: Holotypus K, vidi.
Locus typicus: Cuba.
Icones: Dennis (1953) µm 321, fig. 13 (Fruchtkörper und Sporen).
Fruchtkörper 7-19 mm gross, annähernd kugelig; Basis mit deut-lichen, verzweigten, weissen Myzelsträngen. Exoperidie körnig-warzig und feinstachelig (kurze, spitze Stacheln, an Lycoperdon umbrinum Pers. sensu Perdeck erinnernd), im Herbar bräunlich. Endoperidie seidenpapierdünn, schlaff, gelb- oder graubraun, glanzlos; À–ffnung klein, rundlich, gewimpert. Gleba oliv- bis umberbraun, ohne Pseudo-columella, von zäh-wolligem Capillitium erfüllt. Subgleba schwach ent-wickelt, kompakt (unter der Lupe sehr feinzellig?), hell, olivbraun. Sporenstaub hell olivbraun.
Capillitium Lycoperdon-Typ, elastisch, olivbraun, mässig dünnwan-dig, mit zerstreuten kleinen runden Poren, ohne zentripetale Wandver-dickungen und unechte Septen, selten mit echten Septen; Verzweigung nur dichotom; maximale Hyphenstärke 5,5 µm. Paracapillitium fehlend. Sporen länglich-ellipsoid, 4,5-5,5 x 2,5-3,3 µm gross, absolut glatt, relativ dickwandig, apedicellat.
Bau des Exostratums: kugelige oder unregelmässig-blasenförmige, braun pigmentierte Zellen bis 18 x 14 µm Grösse, dicht gelagert.
Gesamtverbreitung: Antillen. Ausser den beiden oben zitierten Kollektionen existiert noch eine Angabe von Duss (1903, teste Dennis 1953) für Guadeloupe.
À–kologie: Den von mir untersuchten Kollektionen hafteten Pflanzenreste und Erdpartikel an, es handelt sich also um einen bodenbewohnenden Pilz. Genaueres ist nicht bekannt. Chardon vermerkte nur „on soil".

 
Taxon name: