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 Add this item to the list  Bovista pila Berk. & Curt.
   
Remarks (public):Bovista pila ist eine gut abgegrenzte und bei Beachtung der Mikromerkmale unverkennbare Art. Äusserlich gleicht sie sehr der europäischen B. nigrescens, doch fällt die noch derbere und oft heller gefärbte
Endoperidie bei B. pila auf. Unter dem Mikroskop ist B. pila sofort an den glatten, apedicellaten Sporen und - was für die Unterscheidung von notreifen nigrescens-Exemplaren wichtig ist - an dem spröden Capillitium mit kurzen, starren Endästen zu erkennen, während diese bei B. nigrescens und B. plumbea ziemlich lang und biegsam sind. Mit diesen extrem verkürzten Capillitiumfasern und der derben Endoperidie könnte B. pila als ein Ãœbergang zu Mycenastrum gedeutet werden. Eine solche Deutung ist aber nicht berechtigt, da B pila mit den viel kleineren, nicht ornamentierten Sporen und dem Fehlen von Schnallen an den Hyphen der Exoperidie gegenüber Mycenastrum corium stark abgeleitete Merkmale zeigt.
Das Epitheton "pila" (Ball) wurde von Berkeley und Curtis sehr treffend gewählt, denn die reifen Fruchtkörper sind tatsächlich so rund und glatt und steif wie ein kleiner Ball.
Die von Morgan vorgenommene und seit Hollós in der europäischen Literatur eingebürgerte Abtrennung einer Art B. montana mit schlaffer Endoperidie und stärkeren Capillitium-Hauptstämmen ist nicht berechtigt. Schon Lloyd (1902, µm 117) bemerkt, dass das von ihm untersuchte authentische Material der B. montana Morgan sich nicht von B. pila unterscheidet, und zu der gleichen Ãœberzeugung gelangte ich auf Grund einer Probe aus dem Herbar Morgans.
Hollós (1904) zitiert Morgan, welcher Bovista stuppea Berk. auf Grund einer Deutung der Originaldiagnose als Synonym zu B. pila stellt. Lloyd (1904, µm 180) konnte jedoch den Typus untersuchen und erkannte ihn als einen sterilen Basisteil von Bovistella ohiensis, d.i. Bovistella radicata (Dur.& Mont.) Pat. Gegenwärtig ist das fragliche Exemplar in Kew nicht aufzufinden; ich streiche also im Vertrauen auf Lloyd B. stuppea aus der Synonymik von B. pila.
 
Description type:- 
Description:Bovista pila Berk. & Curt.
Bovista pila Berkeley & Curtis, Grevillea 2: 49, 1873.
Typus: Holotypus K (Herb. Berkeley no. 4600), vidi.
Locus typicus: Wisconsin, U.S.A.
Bovista tabacina Saccardo, Michelia 2: 565, ? 1880. - Lanopila tabacina (Sacc.) De Toni in Saccardo, Syll. fung. 7: 95, 1888. - Typus: mir unbekannt; wurde von Lloyd revidiert (cf. Lloyd 1902, µm 117). Locus typicus: Canada.
Mycenastrum oregonense ElLis & Everhart, Journ. Mycol. 1: 89, 1885. - Scleroderma oregonense (ElL. & Ev.) De Toni in Saccardo,
Syll. fung. 7: 136, 1888. - Typus: Holotypus NY, vidi. Locus typicus: Oregon, U.S.A.
Bovista montana Morgan, Journ. Cincinnati Soc. Nat. Hist. 14: 145, 1892. - Bovista nigrescen,s Pers. var. rnontana (MonGAN) F. Smarda, Flora CSR, ser. B, 1: 364, 1958. - Typus: Holotypus mir unbekannt; Isotypus (?) NY ex Herb. Morgan, vidi. Locus typicus: Rocky Mountains, U.S.A.
Pseudonym:
Bovista nigrescens Pers. sensu Schweinitz et auct. amer. al. ante
1873.
Icones: Lloyd (1902) Pl. 2, fig. 1-5 (Fruchtkörper), fig. 6 (Capillitium), fig. 7 (Sporen); Coker & Couch (1928) pl. 60 (Fruchtkörper), Pl. 114, fig. 9 (Basidie), fig. 10 u. 11 (Sporen); Smith (1951) Pl. 24, fig. 1 (Fruchtkörper).
Fruchtkörper 28-60 mm gross, kugelig, seltener etwas niedergedrückt (Lloyd bildet auch eine obovate Form mit deutlich in die Höhe gestreckten Fruchtkörpern ab); reife Fruchtkörper vom Myzel abgelöst. Exoperidie sehr fein kleiig-filzig, fast glatt, weiss, wenig beständig; auf der Endoperidie älterer Fruchtkörper nur noch als dünner, krustenförmiger, weisslicher oder bräunlicher Àœberzug stellenweise erhalten, schliesslich ganz verschwindend. Endoperidie derb pergamentartig, steif, gelbbraun, umberbraun oder auch silberig grau, mitunter von der Basis her bronzebraun überlaufen, mehr oder weniger glänzend; À–ffnung zunächst ein kurzer Spalt, der sich allmählich bis zum Umfang des Fruchtkörpers erweitert und zugleich Seitenrisse bekommt, so dass die À–ffnung schliesslich unregelmässig-lappig und auf mehrere cm erweitert ist. Gleba unreif gelbbraun, reif tief umber-, schokolade-, purpurbraun, flockig. Subgleba fehlend. Sporenstaub umberbraun, bei notreifen Exemplaren mit Olivton.
Capillitium Bovista-Typ, dickwandig bis (meist) mässig dünnwandig (L/H = (0,25-) 0,50-0,80), gelbbraun bis tief rotbraun, spröde, ohne Poren, mit oder ohne zentripetale Wandverdickungen, teilweise mit unechten Septen, ohne echte Septen; Verzweigung nur dichotom; Hauptstämme 9-23 µm stark, stark und dicht verzweigt mit starren, rasch verjüngten Endästen, so dass relativ kleine und dichte Capillitiumflocken entstehen. Paracapillitium fehlend. Sporen kugelig, 4-5 µm gross, glatt aber mit einer amorphen Masse überkrustet, apedicellat.
Sporen notreifer Fruchtkörper können subglobos bis kurzellipsoid und bis 5,5 µm gross sein.
Bau des Exostratums: etwa 180-270 µm starke Schicht aus tangential verlaufenden, septierten und dichotom verzweigten, dünnwandigen, 3,4-11 µm dicken Hyphen; darunter eine etwa 230-270 µm starke Pseudoparenchymschicht.
Gesamt verbreitung: Nordamerika, vielleicht auch Jakutien. Ich bin überzeugt, dass alle Angaben über das Vorkommen von B. pila in Europa auf unreife Fruchtkörper von B. nigrescens oder B. plumbea zurückgehen, bei denen die Pedicellen nicht in normaler Länge entwickelt und die Sporen nicht ornamentiert waren.
Mit Sicherheit kommt B. pila also nur im borealen Nordamerika vor, und sie wird am Südrande ihres Areals zum Gebirgspilz ganz wie die vikariierende B. nigrescens in Europa.
À–kologie: Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer amerikanischer Autoren wächst B. pila an beweideten Standorten inner- und ausserhalb des Waldes.
 
Taxon name: